Titelbild «Geschichte»

1993 Gründung in Widnau

Mitten in der Immobilienkrise gründen Carlos Martinez und Marco Köppel das Büro Köppel & Martinez. Mit der Siedlung Sparta – elf Reihenhäuser zu 360’000 Franken, schlüsselfertig inklusive Bauland – entwickeln sie ein neues Prinzip: Design to Cost. Architektur soll für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich sein – «viel Raum für wenig Geld».

1994–1996 Holzbau-Pionierarbeit

Mit der Siedlung Prosa in Au entsteht die erste Reihenhausanlage der Schweiz mit Brandmauern aus Holz. Vorgefertigte Holzelemente verkürzen die Bauzeit, neue Spielräume werden möglich. Martinez lässt sich neben internationalen Einflüssen auch von der Vorarlberger Baukultur inspirieren: Präzision, Handwerksnähe und soziale Verantwortung prägen seine Haltung.

1997–2002 Szenografie und Expo

Parallel zum Wohnungsbau entstehen künstlerische Installationen und Expo-Projekte. Mit dem Ostschweizer Pavillon AUA Extrema und dem Schlafhaus NAVE wird Architektur zur Bühne, die Geschichten erzählt – ein Prinzip, das sich durch das ganze Werk zieht.

2003 Neuausrichtung

Nach der Trennung von Marco Köppel führt Carlos Martinez das Büro alleine weiter. Es wird zur Carlos Martinez Architekten AG. Das Tätigkeitsfeld erweitert sich um öffentliche und gewerbliche Bauten.

2005–2009 Nationaler Durchbruch

Mit der Stadtlounge St.Gallen (in Zusammenarbeit mit Pipilotti Rist) gelingt der grosse Durchbruch. Die Stadtlounge wird zum Wahrzeichen urbaner Gestaltung in der Schweiz. 2007 übernimmt Carlos Martinez eine Gastprofessur an der TU München und vertritt dort seine Überzeugung: Architektur ist Verantwortung – keine Objektkunst. Ab 2008 leitet Raffaele Falivena die Ausführungsplanung und wird 2010 Partner.

2010–2022 Expansion und Grossprojekte

Das Büro zieht in den selbst entworfenen Generator in Berneck. 2011 folgt eine Niederlassung in Rorschach. Es entstehen Projekte wie das Kurhaus Oberwaid, das Hotel Säntispark, die Secli Weinwelt und das Stadthaus Seehof. Das Büro wächst auf rund 40 Mitarbeitende und etabliert sich national weiter. 2014 stösst Matthias Waibel zum Team und übernimmt die Leitung im Entwurf. 2016 wird er Partner.

2016–2022 Zusammenarbeit mit Alex Buob

Gemeinsam mit der Alex Buob AG gewinnt das Büro den Wettbewerb für das Schulhaus Ebenholz in Vaduz. Daraus entsteht eine langfristige Partnerschaft. Später erfolgt die vollständige Integration des Büros in die Carlos Martinez Architekten.

2023 Jubiläum und Ausblick

Zum 30-jährigen Bestehen erscheint im Quart Verlag ein Band der renommierten Reihe De aedibus. In Goldach entsteht der Headquarter des Maschinenherstellers Kellenberger mit einer Gesamtfläche von 25’000 m² und in St.Gallen wird das Geschäftshaus Emil Egger/GFT fertiggestellt. Gleichzeitig stellt die Presse den Wettbewerb und das Grossprojekt Arrivée in Horn vor: ein neues Quartier mit über 200 Wohnungen und gemischten Nutzungen am Bodensee.

2024 Fertigstellung wichtiger Pionierprojekte

Die Privatschule La Nave in Buchs zeigt im Sommer 2024 ein innovatives Konzept im Bereich der Bildungsarchitektur. Als Pioniersarbeit im Bereich nachhaltiger Baukultur setzt das Projektteam das Haus der Freunde in Buchs mit ausschliesslich natürlichen Baustoffen um. Es besticht als Mehrfamilienhaus mit Stampflehmfassade und Holzkonstruktion. Seit 2022 sind die Carlos Martinez Architekten auch in der Kantonshauptstadt St. Gallen vertreten. 2024 zieht die Dependance ins neue Atelier im Kubik Areal.

2025 Startschuss für Arrivée in Horn

Nach rechtskräftiger Baubewilligung im Herbst 2024 beginnt der Bau von Arrivée im Winter 2024/2025. Mit rund 230 Wohnungen, grosszügigen Balkonen, Seebezug und einer identitätsstiftenden Gestaltung entsteht eines der bedeutendsten Wohnbauprojekte am Bodensee. Die ersten Etappen ist ab 2027 bezugsbereit sein.

2026 Innovative Perspektiven

Das Haus Navan in Rorschach und die American Contemporary Art Gallery in Horn sind fertiggestellt. Gleichzeitig nehmen das Alterswohnheim Geserhus in Rebstein, der Werkraum Wattwil und die Wohnüberbauung Arrivée am Seeufer in Horn sichtbar Gestalt an. Mit dem Baustart des Lernorts Talenticum in Romanshorn beginnt zudem ein besonders innovatives Projekt: Sein 3D-gedruckter Betonkern, entwickelt mit der ETH Zürich und produziert durch Groupe Carsey in Paris, verbindet Technologie, Tragstruktur und räumliche Identität zu einem starken Zeichen für neue Lernwelten.