Freigabe zur Ausführung des Haus des Weins Berneck

Bühne frei für Wein und Kultur

 

Mitten im historischen Dorfkern der Gemeinde Berneck, am westlichen Hang des St. Galler Rheintals, entsteht ein neues Zentrum für Produkte regionaler Weinbaukunst. Die städtebauliche Disposition ist gut begründet: Prägt bereits seit dem 9. Jahrhundert der kultivierte Rebbau die Landschaft der bis heute grössten Weinbaugemeinde des Kantons. Eingebettet in ein Ensemble aus kleinformatigen Volumina, ergänzen zwei Neubauten den ehemaligen Wirtschaftsteil mit Remise eines bestehenden Bauernhauses.

 

Für die Bauaufgabe – eine angemessene Bühne zur Präsentation und Degustation von vorwiegend Rotweinen zu kreieren – war ein hohes Mass an Sensibilität gefordert. Das Haus des Weins nimmt die landwirtschaftliche Geschichte und die Nutzung des Bestandes auf und transferiert das Thema Scheune in die Gegenwart, in dem es einen zeitgemässen architektonischen Bogen spannt.

 

Kernstück des zweiteiligen Ensembles ist ein monolithischer Baukörper aus beige eingefärbtem Beton, der sich farblich in den Gebäudebestand eingliedert und mit einer einladenden Geste Richtung Dorfzentrum hin öffnet. Es herrscht eine klare Architektursprache vor, die sich aus einer reduzierten Materialwahl sowie starken Bezügen zwischen Innen und Aussen artikuliert. Schalungsabdrücke von über 100 verschiedenen Weinblättern prägen dezent die Sichtbetonoberfläche und bringen die Botschaft des Kulturzentrums gestalterisch auf den Punkt. Das spitz ansteigende Satteldach folgt der Firstlinie des Haupthauses und erzeugt einen harmonischen Abschluss der Gebäudezeile.

 

Im Inneren bildet der Winzerkeller einschliesslich Gewölbedecke das Zentrum des Hauses. Mit 17 Grad Raumtemperatur und Präsentationsnischen für sämtliche Weine, bietet er ein angemessener Schau- und Degustationsraum für die Schätze regionaler Weinbauern. Der darüber liegende Veranstaltungsraum überzeugt mit luftiger Grosszügigkeit, stringenter Materialwahl und starken Aussenraumbezügen.

 

Zusammengehalten wird das Konglomerat durch den Neubau des ehemaligen Wirtschaftsteils, der Erschliessung, sämtliche Nebenräume sowie Gemeinderäumlichkeiten beherbergt. In Form und Grösse originalgetreu wieder aufgebaut, fungiert er als Bindeglied zwischen Alt- und Neubau.

 

Alle drei Teile – Wohnhaus, ehemalige Scheune und Remise – treten als eigenständige Gebäude in Erscheinung. Ihnen liegt eine klare Struktur und Architektursprache zugrunde. Die beiden Neubauten ordnen sich zwar dem Gebäudebestand unter und dennoch schaffen sie es, mit wenigen Mitteln klare Akzente zu setzen.

 

Auftragsart: Wettbewerb 2015, 1. Rang
Standort: Berneck/CH
Nutzung: Neu-/Umbau Kulturzentrum
Planungszeit: 2015-2016
Bauzeit: Jan 2017-Jan 2018
Gebäudevolumen (SIA 416): ca. 1’500 m3
Geschossfläche (SIA 416): ca. 350 m2

 

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